Dorte Mandrup, Kopenhagen

PLACE

A Symbiosis Between Architecture and Context

Ausstellung
9. Juli – 17. August 2022

Eröffnung
8. Juli 2022, 18.30 Uhr

Es sprechen
Dr. h.c. Kristin Feireiss Aedes, Berlin
I. E. Susanne Hyldelund Botschafterin Dänemarks in Deutschland
Prof. Petra Kahlfeldt Architektin, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung, Berlin
Dorte Mandrup Gründerin und Kreativdirektorin, Dorte Mandrup, Kopenhagen

Ausstellungsort
Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18-19
10119 Berlin

Öffnungszeiten 
Di–Fr 11–18.30 Uhr,  So–Mo 13–17 Uhr
Samstag, 9. Juli 2022, 13–17 Uhr

Pressemitteilung [448.5 KB]

 

Aedes Kooperationspartner

 

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  • Rendering des Exilmuseums, Berlin. © MIR

  • Ausstellungseröffnung | Dorte Mandrup, Gründerin und Kreativdirektorin, Dorte Mandrup, Kopenhagen © Marco van Oel

  • Ausstellungseröffnung | Prof. Petra Kahlfeldt, Architektin, Senatsbaudirektorin und Staatsministerin für Stadtentwicklung, Berlin © Marco van Oel

  • Ausstellungseröffnung | I. E. Susanne Hyldelund, Botschafterin Dänemarks in Deutschland © Marco van Oel

  • Ausstellungseröffnung © Marco van Oel

  • Ausstellungseröffnung © Marco van Oel

  • Ausstellungseröffnung © Marco van Oel

  • Ausstellungseröffnung © Marco van Oel

  • Ausstellungseröffnung © Marco van Oel

  • Ausstellungseröffnung | Kristin Feireiss, Aedes, Berlin © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

  • Ausstellungsansicht © Marco van Oel

Die Einzigartigkeit eines jeden Ortes, einer jeden Landschaft, eines jeden Terrains ist es, welche das Kopenhagener Architekturbüro Dorte Mandrup in seinen Entwürfen einfängt. Die Ausstellung PLACE präsentiert die starke Wechselbeziehung zwischen Ort und Architektur durch fünf ortsspezifische Projekte. Obwohl sie sich in ihrer Funktion als Museen und Besucher:innenzentren ähneln, unterscheiden sie sich grundsätzlich voneinander im Konzept, der Materialität, Form und Textur, wie auch im architektonischen Ausdruck. Dennoch teilen sie die gleichen Visionen und Ansprüche sowie den Ehrgeiz, gestalterische Antworten auf die vielen Herausforderungen zu geben, denen die Welt heute gegenübersteht. Neben großmaßstäblichen Modellen, die das Zusammenspiel von Ort und Architektur veranschaulichen – vom Watt und Fundstücken aus einer einzigartigen Naturlandschaft der Westküste Dänemarks, über die atemberaubende Weite Grönlands bis hin zu den schwierigen Erinnerungen an Krieg, Flucht oder Vertreibung, die in die Ruinen des Anhalter Bahnhofs in Berlin eingeprägt sind – zeigt eine Wunderkammer eine umfangreiche Sammlung von Artefakten, Materialien, Bildern, Fragmenten, Modellen und Skizzen, die die Besucher:innen einladen, in die einzigartigen Erzählungen einzutauchen, die der Architektur zugrunde liegen. Im Fokus der Ausstellung stehen das Museum The Whale auf den Lofoten in Nordnorwegen, das Exilmuseum in Berlin, das Wadden Sea Centre nahe dem dänischen Esbjerg, das Trilaterale Weltnaturerbe-Wattenmeer-Partnerschaftszentrum in Wilhelmshaven, Deutschland, und das Ilulissat Icefjord Centre in Grönland.

PLACE gibt einen Einblick in die Arbeit von Dorte Mandrup und erforscht die starke Verbindung zwischen Ort und Architektur, die das Schaffen des Studios prägt. Die Ausstellung beleuchtet die kontextuellen Möglichkeiten, die mit der Suche nach nachhaltigen Zukunftslösungen verbunden sind, und zeigt, dass Gebäude nie aus dem Nichts entstehen. „Einzeln betrachtet mögen die Projekte nicht direkt miteinander verbunden sein. Aber zusammen bringen sie die kontextuelle Fülle zum Ausdruck, die sich daraus ergibt, dass der Ort die Architektur bestimmt - ein Reichtum an Materialität, Form und Funktion. In einer Zeit, in der wir Menschen zu einer tiefgreifenden Kraft der Natur geworden sind, wird es immer wichtiger, dass Architektur etwas kontextuell Einzigartiges vermittelt und das Verständnis eines jeden Ortes und wie man ihn wahrnimmt. Nicht nur, wenn es um sensible Landschaften geht, sondern auch um das soziale, kulturelle oder wirtschaftliche Umfeld“, sagt Dorte Mandrup, Gründerin und Kreativdirektorin.

Die Ausstellung

PLACE lädt die Besucher:innen ein, den Ortscharakter und die lokalen Geschichten auf zwei Wegen zu ergründen. In der Wunderkammer tauchen Besucher:innen ein in eine Welt von Aufzeichnungen, Materialien, Artefakten und Skizzen, um einige der Geschichten und Elemente zu entdecken, die die Werke von Dorte Mandrup inspiriert haben. Die Wunderkammer ermutigt zum Anfassen, Erforschen und Erfinden eigener Geschichten. Vom kreativen Chaos der Wunderkammer gelangen Besucher:innen in die Hauptausstellung, in der fünf ortsspezifische Modelle das Zusammenspiel zwischen den Charakteren der Orte und den daraus entstehenden Gebäuden veranschaulichen. Jedes Modell ist ein künstlerischer Ausdruck für die wichtige Verbindung zwischen Ort und Architektur.

Die Projekte

Exilmuseum Berlin, Deutschland
Das Exilmuseum, das voraussichtlich 2025 in Berlin eröffnet wird, umfasst und beleuchtet die Ruinen des Anhalter Bahnhofs, von wo aus unzählige Menschen während des Zweiten Weltkriegs fliehen mussten. Das neue Gebäude wird die Geschichten der damals ins Exil Getriebenen erzählen und gleichzeitig Licht auf die Millionen von Menschen werfen, die heute aus ihrer Heimat vertrieben werden. Es hebt das verbliebene architektonische Fragment hervor und stellt einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart her. Der Weg von der Ruine des Anhalter Bahnhofs ins Museum ähnelt dem, den die Menschen gegangen wären, um durch den Säulengang ins Eingangsgebäude und weiter zu den Gleisen zu gelangen - er führt Besucher:innen auf denselben Weg wie diejenigen, die zwischen 1933 und 1945 ins Ungewisse gingen. In der Ausstellung erfahren die Besucher:innen auf einzigartige Weise, wie das Exilmuseum mit dieser schwierigen Geschichte umgeht.

Auftraggeber:in: Stiftung Exilmuseum Berlin
Lokaes Architekturbüro: Höhler & Partner
Ingenieurwesen: Buro Happold
Landschaftsarchitektur: TOPOTEK1


Exilmuseum, Deutschland. © MIR

Wadden Sea Centre, Dänemark
Das fertiggestellte Wadden Sea Centre ist aus einer Landschaft entstanden, die von endlosen horizontalen Linien, abgelegenen Bauernhäusern mit Reetdächern und einem unerbittlichen Westwind geprägt ist. Eine skulpturale Adaption des Reets verankert das Gebäude in der unverwechselbaren Landschaft und hebt es gleichzeitig hervor. Als Tor zur UNESCO Weltnaturerbestätte Wattenmeer vermittelt es die Geschichte eines der weltweit einzigartigsten und bedeutendsten Naturgebiete.

Auftraggeber:in: Stadt Esbjerg
Ingenieurwesen: Steensen & Varming and Anders Christensen ApS
Landschaftsarchitektur: Marianne Levinsen Landskab
Ausstellungsdesign:  JAC Studios + Jason Bruges & No Parking
Lichtdesign: Fortheloveoflight


Wadden Sea Centre, Dänemark. © Adam Mørk

Trilaterales Weltnaturerbe-Wattenmeer-Partnerschaftszentrum, Deutschland
In Wilhelmshaven an der Nord-West-Küste Deutschlands ist ein alleinstehender Bunker eines der wenigen Relikte der militärischen Geschichte der Marine in dieser Region. Wie ein riesiger Felsen auf dem Meeresboden bildet er einen natürlichen Ankerpunkt in dem flachen Gelände und eine perfekte Grundlage für die Erhaltung und Rettung des wertvollen Ökosystems in der Umgebung. Nachts verwandelt sich das Gebäude in einen schimmernden und offenen Leuchtturm, während es tagsüber freie Sicht auf die historischen Überreste bietet. Das neue Gebäude wird 2025 fertiggestellt und Büros des dänisch-deutsch niederländischen Gemeinsamen Wattenmeersekretariat (Common Wadden Sea Secretariat, CWSS) und den Sitz der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer (NLPV) beherbergen, die sich beide für den Schutz des Wattenmeeres einsetzen.

Auftraggeber:in: Stadt Wilhelmshaven
Ingenieurwesen: HIT HIGH TECH, NordWest Plan & Roese und Partner GmbH
Landschaftsarchitektur: Marianne Levinsen Landscape


Trilaterales Weltnaturerbe-Wattenmeer-Partnerschaftszentrum, Deutschland. © MIR

Ilulissat Icefjord Centre, Grönland
Wie ein ausgestreckter Flügel, der sanft den Felsen berührt, fügt sich das im Jahr 2021 fertiggestellte Icefjord Centre in das weite Gelände ein und bietet einen einzigartigen Aussichtspunkt, von dem aus man den erstaunlichen Eisfjord erleben und die dramatischen Folgen des Klimawandels für diese bemerkenswerte Landschaft verstehen kann. Das Gebäude ist als ganzjähriges Besucher:innenzentrum und Treffpunkt für Anwohner:innen, Unternehmen, Politiker:innen, Klimaforscher:innen und Tourist:innen konzipiert und wird Ausstellungen, ein Filmtheater, ein Café und einen Laden sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen beherbergen. Es erzählt die Geschichte des Eises, der Menschheit und der Evolution sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene. Die Dachterrasse ist ein öffentlicher Raum - eine Art Tor zwischen der Stadt Ilulissat und der dahinter liegenden Wildnis. Die aerodynamische Form des Gebäudes verhindert die Ansammlung von Schnee und ermöglicht es dem Wind, den Schnee von der Fassade zu fegen.

Auftraggeber:in: Regierung von Grönland (Naalakkersuisut), Avanaata Kommunia & Realdania
Ingenieurwesen: Søren Jensen Consulting Engineers
Landschaftsarchitektur: Kristine Jensen Landscape & Architecture
Ausstellungsdesign: JAC Studios
Lichtdesign: Fortheloveoflight


Ilulissat Icefjord Centre, Grönland. © Adam Mørk

The Whale, Norwegen
Andenes wird häufig von wandernden Walen besucht und ist einer der besten Orte der Welt, um diese sagenumwobenen Tiere aus nächster Nähe zu erleben. The Whale bildet den Rahmen für eine einzigartige Begegnung zwischen Wal und Mensch, Natur und Kultur. Inspiriert von der Tatsache, dass das Gelände oben eine Fortsetzung der Landschaft unten ist, erhebt sich der Whale wie ein sanfter Hügel mit einem Hohlraum darunter - fast so, als hätte ein Riese einen Einschnitt in die Erdkruste gemacht und ihn hochgehoben. Das geschwungene Dach bildet einen neuen öffentlichen Raum. Die Eröffnung des Museums ist für 2025 geplant.

Auftraggeber:in: The Whale A/S
Ingenieurwesen: Thornton Tomasetti
Landschaftsarchitektur: Marianne Levinsen Landscape


The Whale, Norwegen. © MIR

Über Dorte Mandrup

Das dänische Architekturbüro Dorte Mandrup ist international dafür bekannt, Architektur in Synergie mit dem Kontext zu schaffen, die das Bewusstsein und die Erfahrung des Ortes verbessert. Das 1999 von der Architektin Dorte Mandrup gegründete Studio mit Sitz in Kopenhagen verfolgt einen künstlerischen, humanistischen und wissenschaftlichen Ansatz, um Entwürfe zu schaffen, die die Grenzen von Form und Materialität verschieben. Das Studium der Bildhauerei und der Naturwissenschaften hat Dorte Mandrups Herangehensweise an die Architektur beeinflusst, die schon immer sehr praxisorientiert war und sich in einer tiefgreifenden Kontextanalyse und einem explorativen Prototyping niederschlug und auch heute noch ein zentraler Bestandteil der Arbeitsweise des Studios ist. In enger Zusammenarbeit mit jedem Projektteam löst Dorte Mandrup komplexe Probleme und entwirft spielerische, originelle und poetische Designs. PLACE ist nach HUMAN:NATURE im Jahr 2019 die zweite Ausstellung von Dorte Mandrup im Aedes Architecture Forum.

Im Laufe ihrer langjährigen Tätigkeit hat Dorte Mandrup zahlreiche Auszeichnungen erhalten, die ihren Beitrag im Architekturbereich würdigen. Sie ist Adjunct Professor an der The Royal Danish Academy of Fine Arts und hat regelmäßig Gastprofessuren inne, dieses Jahr an der Mendrisio Accademia de Architettura in der Schweiz. Im Jahr 2019 war sie Vorsitzende des Mies van der Rohe Award. Dorte Mandrup wurde vom German Design Council - ICONIC Awards als Architektin des Jahres ausgezeichnet und 2021 zum Mitglied der Akademie der Künste, Sektion Baukunst, ernannt.

Großzügig unterstützt durch

Beckett Foundation, Knud Højgaard Foundation, Dreyers Foundation, Le Bicolore