Willst du wirklich wohnen wie deine Mutter?

PPAG architects

Ausstellung:
9. Dezember 2017 - 18. Januar 2018

Eröffnung:

Freitag, 8. Dezember 2017, 18.30 Uhr

Zur Eröffnung sprechen:
Dr. h.c. Kristin Feireiss
, Aedes Architekturforum, Berlin
Anh-Linh Ngo, ARCH+, Berlin
Anna Popelka & Georg Poduschka, PPAG architects, Wien

Ort:
Aedes Architekturforum
Christinenstr. 18-19
10119 Berlin

Öffnungszeiten:

Di-Fr 11-18.30 Uhr
So-Mo 13-17 Uhr


Begleitveranstaltung zur Ausstellung:
Freitag, 12. Januar 2018, 18.30 Uhr

Willst du wirklich wohnen wie deine Mutter?
Wohnzimmergespräch

Gespräch im Aedes Architekturforum mit:
Kaye Geipel
, Bauwelt, Berlin
Christian Kühn
, Technische Universität Wien
Anna Popelka & Georg Poduschka
, PPAG architects, Wien

Moderation:
Maik Novotny
, Architekturkritiker, Wien

Anmeldung unter reply@ancb.de


 

Aedes Kooperationspartner

 

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  • Elastische Wohnung, 2015 © PPAG architects

Mit dem Fokus auf zukunftsweisende Wohnformen zählt PPAG architects zu den führenden Protagonisten zeitgenössischer Baukunst in Österreich. Seit 1995 arbeitet das von Anna Popelka und Georg Poduschka gegründete Wiener Architekturbüro mit dem Anspruch, durch innovative Lebensräume eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft zu stimulieren. ‚Willst du wirklich wohnen wie deine Mutter?‘ zeigt ein 1:1 Modell ihrer Idee einer elastischen Raumkonfiguration für eine Wohnung. In der Installation finden sich Pläne, Zeichnungen und Filme über geplante und realisierte Gebäude von PPAG, darunter Wohnbauten sowie städtebauliche Projekte in Wien und Berlin. Die Ausstellung vermittelt neue und spannende Lösungen, die den Ansprüchen vielfältiger Lebensweisen und -phasen gerecht werden.

Fragt man einen beliebigen Wohnbauträger nach seinen Vorstellungen und Zielen, dann bekommt man in ganz Europa im Grunde dieselbe Antwort: Einraumwohnungen, Zweiraumwohnungen, Dreiraumwohnungen, Vierraumwohnungen: Nur die Prozentangaben variieren. Visionäre Ideen für das Zusammenleben sind darin nicht enthalten. Die Wohnung selbst ist in Europa seit der Moderne weitgehend standardisiert. Die Größen der einzelnen Wohnungstypen ebenso wie der Grundriss.

Aber was kann die Wohnung zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft beitragen? Jede Wohnung ist eine Propagandamaschine für eine Lebensweise. Sind wir wirklich so gleich, dass wir uns so gleiche Wohnungen wünschen? Oder sind wir so gleich, weil wir in so gleichen Wohnungen leben?

Wollen wir das? Geht es auch anders? Wie sieht dann die Stadt aus? Wollen wir uns mit den Typologien der Gründerzeit begnügen?

‚Willst du wirklich wohnen wie deine Mutter?‘ zeigt das abstrakte 1:1 Modell der Idee von einer elastischen Wohnung. Diese 54 Quadratmeter sind nicht die Lösung der Wohnungsfrage, aber eines von vielen denkbaren Angeboten eines wirklich heterogenen Wohnungsmarktes.


Wohnhausanlage Slim City, Wien-Aspern, 2014 © Wolfgang Thaler | Das Haus mit der Elefantenhaut, Zurndorf, 2005, Foto Margherita Spiluttini © Architekturzentrum Wien, Sammlung

Rund um einen großen Wohnraum sind acht kleine Zimmer angeordnet. Drei davon sind belegt: Küche, Bad, Abstellraum. Die fünf weiteren können als Erweiterungsnische des Wohnraumes, als eigenständiges Zimmer oder zusammengelegt als größeres Zimmer genutzt werden. Das Professorenehepaar wohnt im gleichen Wohnungstyp wie die fünfköpfige Familie. Zieht dort der Sohn aus, kann sein Zimmer als Arbeitsnische genutzt werden. Eine Wohnung ist damit nicht mehr für eine bestimmte Bewohneranzahl konzipiert, sondern kann überbelegt ebenso wie unterbelegt effizient genutzt werden.


Wohnbau Europan 06, Wien, 2013 © Roland Krauss | Dachaufbau Tunesisches Dorf, Wien, 2012 © Roland Krauss | Wohnhof Orasteig, Wien, 2009 © Roland Krauss

Die aus Sperrholzplatten gebaute Ausstellungsinstallation ist außen roh wie eine Kulisse, innen komplett ausgestattet, als Wohnung erlebbar. Im und um das Wohnungsmodell geben Pläne, Zeichnungen und Filme Einblicke in gebaute und ungebaute Projekte von PPAG. Darunter befinden sich die Slim-City in der Seestadt Aspern in Wien, der Beitrag zu Urban Living – Kooperative Ideenwerkstatt zur Zukunft des Wohnens (Berlin-Neukölln), die für das MuseumsQuartier Wien entwickelte Hofmöblierung Enzi, das in Wien realisierte Siegerprojekt des Wettbewerbs Europan 6 sowie städtebauliche Entwürfe für Berlin-Tegel und Berlin-Marzahn. Die Projekte beweisen, dass preisgünstiger aber qualitätsvoller und zukunftsfähiger Wohnungsbau machbar ist.

Über PPAG architects
PPAG wurde 1995 von Anna Popelka und Georg Poduschka in Wien gegründet. PPAG verstehen Architektur als eine eigenständige, kulturelle Disziplin wie Literatur und Musik, die auf Nutzer und Gesellschaft eine unmittelbare, körperliche Wirkung entfaltet. Seit über 20 Jahren konzipieren und realisieren PPAG innovative Lebensräume: ‚Mit dem ewig gültigen Ziel, dass das Morgen (noch) besser wird als das Gestern und Heute‘.

Realisierte Projekte (Auswahl): Wohnbau Praterstraße in Wien (1998), Klimawindkanal in Wien (2002), Hofmöblierung - Enzis im MuseumsQuartier in Wien (seit 2002), Wohnhaus PA1 in Parndorf (2005), Wohnen am Park in Wien (2009), Wohnhof Orasteig in Wien (2009), Parkhausfassade Skopje, Mazedonien (2011), Dachausbau Tunesisches Dorf in Wien (2012), Wohnhügel Europan 6 in Wien (2013), Steirereck in Wien (2014), Bildungscampus Sonnwendviertel in Wien (2014), Slim-City in Wien-Aspern (2014), Die Stadt der Zukunft im TMW Wien (2016), PAH CEJ KAH in Deutsch-Wagram, NÖ (2016), Wohnkonzept für unbegleitete Kinder und Jugendliche in Wien (2016).

Auszeichnungen (Auswahl): Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, darunter zweimalige Nominierung für den Mies van der Rohe Award, Preis der Stadt Wien für Architektur und Adolf Loos Staatspreis für Design.


Zur Ausstellung erscheint ein Aedes-Katalog.