LAVAs Manifest geht davon aus, dass das Stellen von Fragen zum Kern der Architektur gehört. Diese Idee ist die Grundlage von inquire. imagine. invent. Die Ausstellung lädt die Besucher:innen ein, die Methodik kennenzulernen, die LAVAs Arbeit antreibt: eine Reihe offener, sich stetig erweiternder Fragen dazu, wohin sich Architektur, Gesellschaft und der Planet bewegen. Während technologische Beschleunigung und planetarer Wandel die Bedingungen des Lebens neu formen, verlangt Architektur einen längerfristigen und umfassenderen Blick: Neugier hält uns offen für sich abzeichnende Möglichkeiten und Zukünfte, die sich noch nicht vollständig erkennen lassen. Die drei Verben des Titels (inquire, imagine, invent) beschreiben einen fortlaufenden Prozess, in dem Forschen, Vorstellen und Erfinden einander wechselseitig beeinflussen.
inquire. imagine. invent. markiert das zwanzigjährige Bestehen von LAVA, einem 2007 von Chris Bosse, Alexander Rieck und Tobias Wallisser gegründeten, global vernetzten Labor mit Büros in Berlin, Stuttgart, Sydney und Ho-Chi-Minh-Stadt. Über zwei Jahrzehnte hinweg hat sich dieser Ansatz zu einem Verständnis von Architektur als langfristigem Lernprozess entwickelt, der sich auf Ungewissheit einlässt und fortwährend die Voraussetzungen für widerstandsfähige und erstrebenswerte Zukünfte schafft. Die Ausstellung bietet Neugierigen die Gelegenheit, bei den Fragen und Möglichkeiten zu verweilen, die im Denkprozess von LAVA noch Gestalt annehmen.
Jede Frage verzweigt sich in Erkundungen, die mögliche Szenarien entwerfen, und jedes Szenario in Antworten, die innerhalb der Disziplin der Architektur erprobt werden: ein Energiespeicherturm in Deutschland, ein Innovationsturm in Saudi-Arabien, der Masterplan für die Weltausstellung Expo 2030. Durch Experimente erzeugen diese Antworten neue Erkenntnisse und Perspektiven, die ihrerseits neue Fragen aufwerfen.
Die Ausstellung
inquire. imagine. invent. erstreckt sich über zwei Ausstellungsräume bei Aedes, die jeweils eine ergänzende Perspektive auf LAVAs kreativen Prozess bieten. Der erste Raum, eine schwach beleuchtete, immersive Umgebung, lädt die Besucher:innen ein, die Fragen und Möglichkeiten zu erkunden, die die Zukunft der Architektur prägen. Ein eigens entwickeltes interaktives Element eröffnet eine spekulative Sicht auf LAVAs Projekte und untersucht, wie Fragen als Architektur Gestalt annehmen. Der Raum führt Forschen und Vorstellen zusammen und eröffnet neue Denkweisen über Architektur und ihr innewohnendes Potenzial. Aus dieser immersiven Umgebung gelangen die Besucher:innen in den zweiten Raum, der das Erfinden in den Mittelpunkt rückt. Hier nehmen die Ideen und Visionen des ersten Raums greifbare Form an: in Materialmustern, Prototypen, Modellen und den Werkzeugen, mit denen sie entstanden sind. Im Zusammenspiel von Vorstellung und Verwirklichung spiegelt die Ausstellung den offenen Charakter architektonischer Erkundung wider und lädt dazu ein, darüber nachzudenken, welche Fragen die Zukünfte der Architektur prägen sollten.
ÜBER LAVA
LAVA - Laboratory for Visionary Architecture ist ein Netzwerk aus über 120 Architekt:innen, Computational Designer:innen und Forschenden. 2007 von Chris Bosse, Alexander Rieck und Tobias Wallisser gegründet, unterhält LAVA Büros in Berlin, Ho-Chi-Minh-Stadt, Stuttgart und Sydney. Es fungiert als Labor und setzt digitale Technologie, Forschung und Vorstellungskraft ein, um komplexe Probleme zu lösen. Diese Arbeitsweise ermöglicht es dem Studio, innovativ zu sein, intelligent zu entwerfen und aus weniger mehr zu machen. Das Ergebnis ist eine Vision für eine gebaute Umwelt, die zugleich progressiv und dauerhaft ist.
LAVAs Portfolio umfasst öffentliche Infrastruktur, Kulturpavillons und städtebauliche Masterpläne auf vier Kontinenten. Zu den realisierten Projekten zählen der Deutsche Pavillon auf der Expo 2025 Osaka, der KACST Innovation Tower in Riad, die Philips Lighting Headquarters in Eindhoven, der Marketplace im Terminal 3 des Frankfurter Flughafens und die Jugendherberge Bayreuth. Zu den jüngeren und aktuellen Projekten gehören der Masterplan für die Expo 2030 Riad, ein Masterplan für Trojena in NEOM und der Central Park in Ho-Chi-Minh-Stadt.