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Sergei Tchoban / nps tchoban voss Architekten Berlin
Vom Berolina-Haus in Berlin bis zum Wolkenkratzer in Moskau


 

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29. April - 9. Juni 2005
Eröffnung/Opening: Freitag 29. April 2005, 18.30 Uhr / Friday April 29, 2005, 6.30pm

Aedes East

Diese Ausstellung wurde ermöglicht mit der großzügigen Unterstützung von:

Aedes präsentiert den in Berlin lebenden russischen Architekten Sergei Tchoban im Zusammenhang mit der Metropolis-Konferenz im Mai in einer Ausstellung in Aedes East, die seine Beziehung zwischen Berlin und Moskau spannend dokumentiert. Im Herzen der russischen Hauptstadt entsteht der Federation Tower, Europas höchster Büro- und Hotelturm. In den zwei Herzen Berlins werden von Sergei Tchoban das Berolina-Haus am Alexanderplatz revitalisiert, das Europa Center mit einem Neubau erweitert und das Bikini-Haus zu einem spektakulären Hotelkonzept umgewandelt. Alle drei Gebäude sind Ikonen der berliner Baugeschichte aus unterschiedlichen Zeiten. Abgerundet wird die Präsentation mit einem Bürogebäude in St. Petersburg und einem repräsentativen Villenprojekt am finnischen Meerbusen. Sergei Tchoban versteht den Umgang mit den Maßstäben im urbanen Kontext. Der Architekt Sergei Tchoban, geboren 1962 in St. Petersburg lebt und arbeitet seit zehn Jahren in Berlin und betreibt seit einem Jahr auch ein Architekturbüro in Moskau. Als Vertreter einer zeitgenössischen Moderne sowie als außergewöhnlicher Zeichner und Illustrator hat er sich weit über die Grenzen Berlins hinaus einen Namen gemacht. In Berlin sind seine bekanntesten Bauten das Cubix Kino auf dem Alexanderplatz, das Dom Aquaree, SAS Radisson und das Büro- und Loftwohnhaus in der Reinhardtstraße. Die Ausstellung lässt die derzeitigen Trends in den beiden Metropolen deutlich werden. Berlin beschäftigt sich momentan vorowiegend mit Umbau und Umnutzung wertvoller Bausubstanz vor allem der klassischen Moderne der Vor- und Nachkriegszeit. Die große Aufbruchstimmung, der Boom, ist ostwärts gewandert. Moskau erinnert mittlerweile an die ersten Nachwendejahre Berlins: Große Pläne, großmaßstäbliche Neubauvorhaben, Visionen aller Tendenzen, die sich in ihrer Realisierung gegenseitig zu überbieten scheinen. Die Werkschau in Plänen und Modellen stellt eine beachtliche Bilanz des Architekten dar und verdeutlicht wie sich der viel zitierte Architekturexport in der Praxis darstellt. Die Projekte im Einzelnen: Revitalisierung Berolina-Haus / Berlin Nach mehrjährigem Leerstand wird sich das Berolina-Haus am Berliner Alexanderplatz, erbaut 1929-31 vom Wegbereiter der Klassischen Moderne, Peter Behrens, in naher Zukunft wieder in angemessener Substanz und Gestalt präsentieren, indem ein Teil des Gebäudes entkernt und heutigen Ansprüchen an Einzelhandelsflächen entsprechend umgebaut wird. Die charakteris-tische Fassade des Gebäudes wird sorgfältig restauriert. Die nordwestliche Giebelwand des Berolina-Hauses, in der ursprünglichen Planung eigentlich eine Brandwand, erhält nach dem städtebaulichen Paradigmenwechsel des Alexanderplatzes ein eigenständiges neues Gesicht und verschaft dem Haus eine neue Qualität des Ortsbezugs. Departmentstore am Europa Center / Berlin Das von Hentrich und Petschnigg entworfene Europa Center mit seinem im Sinne der klassischen Moderne gestalteten Hochhaus erhält durch einen dynamisch geschwungenen, vollkommen transparenten Baukörper, der die Ablesbarkeit der Funktionen im Inneren nach außen hin verdeutlicht, ein eigenständiges und zeitgemäßes Pendant, ohne die Harmonie der Einzelkubaturen der Gesamtkomposition des Centers zu beeinträchtigen. Zunächst wird die Bestandsstruktur bei laufendem Betrieb des Centers vorsichtig bis auf die Bodenplatte abgetragen und anschließend wird sich dieser Bereich in kürzester Bauzeit zu einem eigenständigen Baukörper mit Warenhausnutzung, bestehend aus sechs Verkaufsgeschossen für 12.000 qm „Flag Ship Stores“, an Berlins bekanntester Einkaufsadresse entwickeln. Wettbewerbsentwurf Wild Life Hotel Bikini-Haus / Berlin Das sechsgeschossige Bikinihaus ist Bestandteil des 1957-1959 errichteten, denkmalgeschützten Gebäudeensembles der Nachkriegsmoderne. Zum Ensemble des ZooBogen (Architekten Schwebes und Schoszberger) gehören ebenfalls das große Hochhaus am Hardenbergplatz, das Kino Zoopalast mit seinen Verbindungsbauten, das kleine Hochhaus, die blaue Kugel und das Parkhaus. Für Produktion und Verwaltung von Unternehmen aus der Bekleidungsindustrie errichtet, bildet das Bikinihaus eine Platzkante des Breitscheidplatzes. An seiner Rückseite liegt der Zoologische Garten. Im Rahmen der Entwicklung des Gesamtensembles soll die Umnutzung, Sanierung und bauliche Ergänzung des Bikinihauses erfolgen. Der Wettbewerbsentwurf zeigt die geplante Nutzungsstruktur aus Einzelhandel und Gastronomie, in den Obergeschossen ein Themenhotel mit Verbindung zum Zoologischen Garten als spannenden Grenzbereich zwischen dem Leben der modernen Stadt und der Anlage des Berliner Zoo. Hochhaus Föderationsturm / Moskau Der Federation Complex wird mit seinen 340 m Höhe (mit Antennenkonstruktion 430 m) das bislang höchste Gebäude Europas sein. Neben anderen Hochhäusern mit Büro-, Hotel-, Handels- und Erholungsflächen sowie einem zentralen Einkaufszentrum wird der Federation Complex auf dem ca.100 ha großen Gelände des zukünftigen internationalen Zentrums „Moscow-City“, am Krasnopresnensker Ufer der Moskwa bis 2008 fertiggestellt sein. In Sockel- und Untergeschossen wird ein Life Style Center mit anspruchsvollen Entertainment-, Shopping- und Gastronomieeinheiten sowie ein Konferenz- und Veranstaltungszentrum konzipiert. Über die Verteilerhalle in der Basis gelangt man in die beiden Turmgebäude, in denen sich gruppiert um mehrgeschossige Atrien, Büroflächen mit höchstem Ausstattungsstandard, ein Fünf-Sterne-Hotel sowie eine größere Anzahl an Luxus-Apartments befinden. Die zwischen den Türmen angeordneten Panoramaaufzüge dienen der Erschließung der öffentlichen Aussichtplattform mit Restaurants, Bars und Lounges unterhalb der Kuppel, die einen Ausblick über die Weite der Stadt bietet. Private Residenz / Moskau Die Villa liegt nahe der Ostsee in unberührter Landschaft, die geprägt ist von Kiefernwäldern und stillen Binnenseen. Das Entwurfsthema des Gebäudes bezieht sich auf den klassischen Typus des Schlossbaues. Das Raumprogramm entspricht dem Repertoire großbürgerlichen Wohnens, bestehend aus repräsentativen Räumen, die sich mit privaten Bereichen abwechseln, zu denen eine private Kunstgalerie ebenso selbstverständlich gehören wie Hallenschwimmbad und Personaltrakte. Die einzelnen Bereiche des Raumprogramms werden durch unterschiedliche Gebäudekuben beschrieben. Ähnlich einer Enfilade angeordnet und durch eine gläserne Galerie miteinander verbunden, schaffen sie unterschiedliche zwischenräumliche Situationen, die sich mit den Ausblicken zur Landschaft als abwechslungsreiche Komposition zusammenfügen.
english version:
Presented by Aedes in conjunction with the Metropolis Conference taking place in May in Berlin will be Sergei Tchoban, a Russian architect who lives in Berlin. This Aedes East exhibition documents Tchoban’s links to both Berlin and Moscow in the most enthralling manner. Rising in the heart of the Russian capital is the Federation Tower, Europe’s tallest office and hotel skyscraper. In Berlin’s two hearts, Sergei Tchoban is currently revitalizing the Berolina Building at Alexanderplatz, expanding the Europa Center with a new construction, and transforming the Bikini Building with a spectacular hotel concept. All three buildings are icons of Berlin’s architectural history, and each originated in a different era. The presentation is rounded out by an office building in St. Petersburg and a representative villa project set on the Gulf of Finland. As these projects show, Sergei Tchoban is fully conversant with activity on various scales in an urbane context. Born in St. Petersburg in 1962, the architect Sergei Tchoban has lived and worked in Berlin for ten years, and has also headed an architectural office in Moscow for the past year. As an exponent of a contemporary form of classical Modernism and an exceptional draftsman and illustrator, he has made a name for himself far beyond the confines of the German capital. His best-known buildings in Berlin are the Cubix Cinema at Alexanderplatz, the Dom Aquaree, the Radisson SAS Hotel, and an office and loft residence on Reinhardtstraße. The exhibition vividly illustrates contemporary trends in both metropolises. Berlin is currently occupied with reconstructions and conversions of precious architectural substance, in particular those dating from the classical Modernism of the prewar and postwar periods. This energetic mood of upheaval, amounting to a boom, has now migrated east. Moscow, in the meantime, is now reminiscent of the early years of reunification in Berlin: grandiose plans, large-scale new constructions, ambitious visions exemplifying every imaginable tendency, each seeming to outstrip the last in the process of realization. This work presentation, which uses plans and models, is an impressive stocktaking of this architect’s oeuvre that demonstrates how the oft-mentioned architectural export presents itself in praxis. The individual projects are: Revitalization of the Berolina Building / Berlin After standing empty for many years, the Berolina Building at Berlin’s Alexanderplatz, built in 1929-31 by Peter Behrens, a precursor of Classical Modernism, will soon be presented again in commensurate substance and design. A section of the structure is being gutted and renovated in keeping with contemporary demands for individual retail spaces. The building’s characteristic façade will be painstakingly restored. In conformity with the urban planning paradigm shift affecting Alexanderplatz, the northwestern end wall of the Berolina Building, actually a firewall in the original plans, now receives an independent new face which accentuates the building’s new degree of relatedness to its setting. Department store at the Europa Center / Berlin The Europa Center, designed by Hentrich and Petschnigg — with its high-rise in the spirit of classical Modernism — now acquires a dynamical curving, totally transparent architectural volume that clarifies the functionality of both interior and exterior. This independent and contemporary pendant avoids interfering with the harmony of the individual cubatures composing the center’s overall composition. To begin with, and without interrupting the center’s continuous operation, the preexisting structure will be cautiously cleared away down to the floor slab. Subsequently, and in the briefest possible construction period, Berlin’s most famous shopping locale will be developed into an independent architectural volume for retail use with of six retail levels containing 12,000 sq meters for flagship stores. Competition design, Wild life Hotel Bikini Building / Berlin The six-storied Bikini Building, a protected historical monument, is a component of a postwar Modernist architectural ensemble dating from 1957 - 1959. Also belonging to the ensemble of the ZooBogen (built by architects Schwebes and Schoszberger) are the large high-rise at Hardenbergplatz, the Zoopalast Cinema with its adjoining buildings, a little high-rise, the “blaue Kugel” (blue sphere), and a parking garage. Built for production and administration functions for enterprises in the apparel industry, the Bikini Building defines one edge of a square called Breitscheidplatz. The Zoological Garden lies along its rear. In the framework of the development of the overall ensemble, the conversion, refurbishment, and structural replenishment of the Bikini Building will be envisioned. The competition design will show the planned uses like retail and gastronomy, with a theme hotel in the upper stories enjoying a connection between city life and the Zoological Garden. Highrise Building FederationTower / Moscow With a height of 340 meters (430 including its antennae structure), the Federation Complex will be the highest building in Europe to date. Alongside additional high-rises containing offices, hotels, retail spaces and recreation facilities, as well as a central shopping center, the Federation Complex will be completed by 2008 on the ca. 100 hectare site of the future international center “Moscow City,” set on the Krasno Presnenskaja Banks of Moskwa River. Conceived for the basement and lower levels is a lifestyle center with sophisticated entertainment, shopping, and gastronomical units, as well as a conference and events center. Attained via the distributor hall in the basement level are the two towers, within which office spaces with exceptionally high-quality furnishings, a five star hotel, as well as a large number of luxury apartments, all grouped around multi-story atriums. The panorama elevators arranged between the towers serve as accesses to public lookout platforms featuring restaurants, bars and lounges below the cupola, and offering views across the expanse of the city. Private Residence / Moscow This villa is set near the Baltic Sea in an undisturbed landscape characterized by pine forests and tranquil lakes. The design theme alludes to the classical type of palace architecture. Its spatial program corresponds to the typical repertoire of the upper bourgeoisie lifestyle, and consists of representative rooms alternating with private areas, including, as a matter of course, a private art gallery, indoor swimming pool, and servant’s quarters. The individual areas of the spatial program are delimited by various cubic units. Arranged somewhat like an enfilade and connected to one another by a glazed gallery, the varying interspace situations, with their views onto the landscape, coalesce to form a variegated composition.

Projektmanagement Aedes: Isolde Nagel (contact: in@aedes-arc.de) Weitere Informationen unter / For further information please contact www.aedes-arc.de

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog
An Aedes catalogue will be published. (€ 10.-)

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